Linie Viktor: Kommerzialrat Ing. Viktor Czerweny von Arland

Er erfand 1917 mit seinem Bruder einen Zündholz-Automaten ("Automat-Maschine, Patent Czerweny") und war nach der Fusion zur Solo als Zentraldirektor dieser, auch weiterhin in der Zündholzindustrie tätig. Zudem war er Präsident der traditionsbeladenen Eisen-Handels-Industrie AG Greinitz.

 

Die Arland AG

1939 erwarb die Familie Viktor Czerweny von Arland den Großteil der Aktien der Papier- und Zellulose-Farbrik Karl Kranz in Graz-Andritz. Damit setzte er die Tradition seines Großvaters Florian Pojatzi fort, der neben der Zündholz-industrie gleichzeitig an verschiedenen Papierfabriken beteiligt war, die Spezialpapiere zur Verpackung der Zündhölzer herstellten. In der Papierfabrik Kranz in Graz fungierte Viktor Czerweny von Arland ab 1939 als Aufsichtsratsvorsitzender. Sein Sohn Viktor Czerweny von Arland, jun. (1905–1957) entwickelte für das Werk eine innovative Kartonschachtel-maschine. Zur Papierfabrik in Graz-Andritz gehörte auch die Zellulose-Fabrik Rechberg bei Eisenkappel in Kärnten. Während der Kriegsjahre konnten die Arlands verhindern, dass die Papierwerke stillgelegt und in für die Rüstung wichtige Betriebe umgewandelt werden. Nach den Kriegsjahren wurde die Papier- und Zellulose-Farbrik Karl Kranz ausgebaut und in Arland Papier- und Zellstofffabriken AG umbenannt.

Nachdem Viktor Czerweny von Arland, sen. 1956, ein Jahr nach dem Tod seiner Frau, gestorben war und Viktor Czerweny von Arland jun. 1957, infolge einer Krankheit, mit 52 Jahren ebenfalls starb, übernahm dessen 25-jährige Tochter Ingrid die Firma. Sie wurde Generaldirektorin der Arland Papierwerke in Graz-Andritz und führte auch das Zellstoffwerk Rechberg.

 

Unter ihrer Leitung konnte bis 1962 die Produktion in der Arland-Papierfabrik auf 29.000 Tonnen pro Jahr gesteigert werden. Die Produktion der Zellulose-Fabrik in Rechberg wuchs sogar von 10.000 Tonnen auf 30.000 Tonnen an. Nach der Einrichtung einer neuen Holzschleiferei in Graz-Andritz hatte das Arland-Werk Anfang der 60er Jahre weit über 1.000 Mitarbeiter. In Bezug auf den Produktionswert stand die Papierfabrik Arland im Vergleich mit 26 anderen Firmen der Branche in jenen Jahren regelmäßig an fünfter bis siebenter Stelle. Nachdem die Industriellen-Dynastie Czerweny von Arland bereits beim Niedergang der Zündholzindustrie herbe Verluste einstecken musste, hatte die Arland AG nie zu der Art von Familiengesellschaften gehört, die mit eigenem Barver-mögen abgefedert werden konnten. Durch eine engagierte Unternehmensführung konnte das Arland-Werk die schwierigen Kriegs- und Nachkriegsjahre überstehen und in den 50er und 60er Jahren trotz des Drucks auf dem Papiermarkt schwarze Zahlen schreiben.

 

Ab Mitte der 60er Jahre musste jedoch um die Produktion konkurrenzfähig zu machen massiv investiert werden. Versuche, die bestehende dünne Kapitaldecke durch Aktiengeschäfte auszugleichen, schlugen fehl. Die Ära der Papierherstellung ging damit für die Familie Czerweny von Arland zu Ende.

 

Das Aktienpaket der Arland AG wanderte zunächst an den Schweizer Unternehmer Schauffelberger, danach an die italienische Industrielle Anna Erker-Hocevar und Ende der 70er Jahre an die österreichische Salzer Papier GmbH, die die Produktion mit rund 500 Personen stillegte. 1992 wurden die ehemals modernisierten, weitläufigen hellen Hallen der Arland-Werke endgültig abgerissen und durch Wohnungsbau ersetzt. Einzig die Adresse blieb bis heute im Grazer Stadteil erhalten: „Am Arlandgrund“.

 

Der Neuanfang

Nachfahren der Linie Viktor gründeten 1997 die Arland GmbH mit der sie sich auch heute noch mit der Entwicklung von Software für die Sportwetten Branche beschäftigen.

 

http://www.arland.at/

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