Die Familie Czerweny von Arland

Die Familie Czerweny waren Großindustrielle der Zündholzindustrie und kamen ursprünglich aus der südostbömischen Stadt Trautenau (Trutnov), am Rande des Riesengebirges an der Aupa. Der Gründervater Franz Czerweny (geb. 26.3.1848, gest. 13.4.1921) wurde aufgrund seiner herausragenden Leistungen 1907 k.u.k. Kommerzialrat und 1911 Offizierskreuz-Träger des Franz-Josephs-Ordens. Er stiftete u.a. ein heute noch bestehendes Arbeiter Wohnheim in Deutschlandsberg und das Schloss Arnfels samt Nebengebäude für wohltätige und/ oder gemeinnützige Zwecke. Ferner schenkte er der Gemeinde Deutschlandsberg ein Quellengebiet für die mäktische Hochquellenwasserleitung mit einem Schutzrayon von 23 ha. Aufgrund seiner Verdienste wurde er durch Kaiser Karl I in den Ritterstand erhoben und mit dem Prädikat „Edler von Arland“ ausgezeichnet. Der Name Arland steht dabei für die Städte Arnfels und Landsberg (Deutschlandsberg).

 

Das Familienwappen zeigt in der Mitte einen silbernen Adler auf einem Dreifels. Über dem Adler sind eine kleine Krone und ein geharnischter Arm, der eine Fackel hält, platziert. Im unteren Teil befinden sich drei Silberpfähle. Der Wahlspruch der Familie lautet: „Frei das Auge, klar der Wille, ganz die Tat.

 

Florian Pojatzi (geb. 15. 1. 1830; † 17. 8. 1917)

Der Tätigkeitsbereich war beginnend mit dem Schwiegervater von Franz Czerweny von Arland, Florian Pojatzi vorwiegend im steirischen Deutschlandsberg, ehemals Landsberg. Deutschlandsberg ist etwa 28 km vom an der Grenze zu Slowenien liegenden Arnsfeld entfernt. Hier in der südlichen Steiermark, zwischen Klagenfurt und Graz, hatte Florian Pojatzi die Zündholzfabriken Deutschlandsberg im Jahr 1856 gegründet und in 1881 um die 16 km weiter nördlich gelegenen Fabrik in Stainz-Stallhof erweitert. Diese zählten bald zu den modernsten Zündholzfirmen der Monarchie. Die Firmen beschäftigten ab 1880 ständig rund 700 Arbeiter. Weitere 1.000 Personen fanden durch die Anfertigung der zur Verpackung benötigten Holzbüchsen einen guten Nebenverdienst. Pojatzi dessen soziale Leistungen für die Arbeiter vorbildlich waren, zog sich 1892 vom Geschäft zurück.

 

 

Franz Czerweny von Arland (geb. 26.3.1848, † 13.4.1921)

Seit 1876 war sein Schwiegersohn Franz Czerweny von Arland öffentlicher Gesellschafter der Fl. Pojatzi & Comp. und ab 1899 alleiniger Eigentümer. 1903 initiierte Franz Czerweny von Arland die Fusion aller bedeutenden Fabriken zur SOLO-Zündwaren- und Wichsefabriken AG. Vor der Fusion hatte die Fl. Pojatzi & Comp. bereits über 1200 Mitarbeiter und über 2 Millionen Kronen Umsatz. Diese bestanden aus Deutschlandsberg und Stainz ("Pojatzi"), Graz, Klagenfurt (ab 1920 "Sirius"), St. Pölten (1921-25 "Orion"), Hallwang bei Salzburg, Wien ("Pollack") und Linz ("Union"). Damit entstand eines der größten Unternehmen der österreichisch-ungarischen Monarchie mit 3.000 Mitarbeitern und 7 Millionen Kronen Umsatz zur Erzeugung von Zündholzern, das bis 1982 produzierte. Als letzter Standort wurde im selben Jahr in Deutschlandsberg die Produktion von Zündhölzern in Österreich aufgegeben.

 

 

Der Czerweny Zündholzautomat

Weltruhm erreichten die Familie Czerweny von Arland durch die beiden Söhne Viktor Franz Florian (geb. 14.3.1877, gest. 27. 9. 1956) und Robert Franz Anton, (geb. 28.8.1878, gest. 3.5.1962) im Jahr 1898 mit der Entwicklung des 1. Zündholzautomaten „Czerweny“ der im technischen Museum Wien einen Ehrenplatz erhielt und auch heute noch zu besichtigen ist. Diese epochemachende Czerweny Automatmaschine, produzierte unter Aufsicht von zwei bis drei Arbeitern eine Million Zündhölzer in der Stunde. Ab 1908 wurde die patentierte Maschine von der Maschinenfabrik Voith in St. Pölten in großer Stückzahl produziert und in die ganze Welt exportiert. Bis heute ist der Czerweny Zündholzautomat im Einsatz ist.

 

Die Brüder Viktor Franz Florian und Robert Franz Anton, gründeten zwei Linien, der ältere diejenige in Graz (Steiermark) und der jüngere die noch heute existierende in Deutschland.

 

 

Ing. Dr. Martin Czerweny von Arland

Heute, nach mehr als 185 Jahren Familiengeschichte die durch glänzende Aufstiege und Zeiten der wirtschaftlichen Schwäche, jedoch immer durch Erfindungen und Innovationen geprägt waren, lebt der heutige Namensinhaber und Schwiegersohn von Dr. Otto Friedrich Czerweny von Arland aus der Linie Robert in Wien und St. Wolfgang.

 

Er versucht die Geschichte der Familie CZERWENY EDLE VON ARLAND als innovative Erfinder und Unternehmer in zeitgemäßen Lebens- und Wirtschaftsformen fortleben zu lassen.  Die UBVA Gruppe besteht heute aus einem guten Dutzend Firmenbeteiligungen im Dienstleistungs-, Handels-, Immobilien- und Projektentwicklungsbereich und beschäftigt stetig rund 50 Mitarbeiter in 7 Ländern.

 

 

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